Luftbefeuchtung

Ein optimales Bioklima ist eine wichtige Voraussetzung, um den Ansprüchen an eine leistungsfördernde Umgebung und an eine hohe Gesprächs- und Servicequalität im Callcenter gerecht zu werden. Der Einflüsse der optimalen Luftfeuchte auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit der Callcenter-Agenten ist weitreichend. Direktraum-Luftbefeuchter sichern ganzjährig ein optimales Raumklima im Callcenter.

Definition

Für die Beurteilung der Raum-Luftfeuchte ist die relative Luftfeuchte von Bedeutung! Diese beschreibt die in der Luft enthaltene Wassermenge im Verhältnis zur maximal aufnehmbaren Wassermenge. Die „prozentuale Sättigung“ der Luft mit Wasserdampf wird durch die Lufttemperatur beeinflusst: Warme Luft kann eine größere Menge Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Die optimale Luftfeuchte im Callcenter liegt zwischen 40% bis 60% relativer Feuchte bei 20 °C bis 22 °C.

Einsatzbereiche

Die richtige Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden und die Gesundheit am Arbeitsplatz. Dies gilt besonders für alle beratenden und sprechintensiven Tätigkeiten im Servicecenter, Callcenter oder Kundendienst. Ist die Luft über einen längeren Zeitraum unter 40 % relativer Feuchte, sollte der Einbau von Luftbefeuchtungsystemen in Erwägung gezogen werden. Speziell für Callcenter gibt es sehr leise Nano-Düsen-Befeuchter, die problemlos nachgerüstet und flexibel direkt im Raum positioniert werden können.

 

Nutzen

1. Schutz der Stimme.

Eine wohlartikulierte, natürliche Stimme ist für jeden Callcenter-Agenten wichtigstes Instrument für einen erfolgreichen Kundendialog. Durch den dauerhaften Gebrauch der Stimme ist jedoch das Risiko, sich wegen Stimmstörungen behandeln zu lassen, fast dreimal so hoch als bei anderen Berufsgruppen. Untersuchungen belegen, dass über 60% der Callcenter-Agenten unter Stimmbelastungen leiden. Häufige Symptome sind Trockenheit im Rachen und Kelhkopf, vermehrtes Räuspern und Heiserkeit. Die Stimmbildung erfolgt im Kehlkopf, in dem sich die durch eine Schleimhaut umgebenen Stimmlippen und Stimmbänder befinden. Diese sensible Schleimhaut benötigt eine konstante Feuchtigkeit, um der Stimme ein gesundes Funktionieren und damit einen klaren und anstrengungsfreien Klang zu ermöglichen. Beim Sprechen wird Luft aus der Lunge durch den Kelhkopf gedrückt. Die Stimmlippen geraten in Schwingungen und erzeugen, wie die Saiten einer Gitarre, Töne. Ist die Luftfeuchte zu niedrig, verlieren die Schleimhäute der Stimmlippen ihre optimale Feuchtigkeit und damit Elastizität. Die Stimmritze kann nach dem Einatmen durch die Stimmlippen nicht mehr vollständig geschlossen werden. Nebenluft gerät in den Stimmapparat und es kommt zu Anstrengungsanzeichen, Räusper-, Husten-, Schluckzwang und schlimmstenfalls zum Wegbleiben der Stimme.

2. Schutz der Augen.

Intensive Bildschirmarbeit im Callcenter ist Schwerstarbeit für die Augen: Geschwollene Augenlider, Rötungen, Fremdkörpergefühl, Brennen und hohe Lichtempfindlichkeit sind häufig die Folge. Eine der Ursachen dafür, ist eine zu geringe Benetzung der Augenoberfläche mit Tränenflüssigkeit. Ein optimaler, intakter Tränenfilm hat die Aufgabe, die Augenoberfläche vor Reizungen und Infektionen der Bindehaut zu schützen. Bei zu trockener Raumluft kommt es zu einer verstärkten Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Ist die Luftfeuchte länger andauernd zu gering, kann der Tränenfilm sogar reißen. Stundenlanges Starren auf den Bildschirm verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Die Folge ist eine zunehmende Reizung, Augenbrennen und bei schweren Verlaufsformen Entzündungen und ernsthafte Augenschäden.

3. Schutz der Haut.

Zu trockene Raumluft im Callcenter kann die Schutzfunktion der Haut erheblich einschränken. Bei zu geringen Luftfeuchtewerten (< 30%) wird die Haut spröde und rissig. Viele Beschäftigte klagen dann über trockene, zum Teil juckende Haut, insbesondere zwischen den Fingern oder an den Unterschenkeln. Zudem können sich chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte durch trockene Raumluft verschlechtern. Über Hautrisse dringen Stoffen ein, die unterschiedlichste Reaktionen (z.B. Entzündungen) hervorrufen und Dermatosen verursachen können. Bei einer Zimmertemperatur von 20-22 C° liegt die empfohlene Raumfeuchte bei 40%-60% relativer Feuchte.

4. Schutz vor Grippeviren.

Amerikanische Wissenschaftler haben den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Übertragung von Influenza-Viren untersucht. Es zeigte sich, dass bei einer relativen Luftfeuchte zwischen 20-35 % das Risiko sich mit einem Influenza-A-Virus anzustecken etwa dreimal so hoch ist im Vergleich zu einer mittleren Raumluftfeuchte von 50%. Die Gründe dafür werden auf drei Untersuchungsergebnisse zurückgeführt: 1) Die Selbstreinigungskraft der Schleimhäute ist bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 45% am Größten. 2) Die Lebensdauer der Virus-Partikel in den Ausatmungströpfchen ist abhängig von der relativen Luftfeuchte. 3) Die Luftübertragung (Reichweite und Verbleibdauer) der Ausatmungströpfchen ist abhängig von der relativen Luftfeuchte. Bei höherer relativer Luftfeuchte nehmen die Ausatmungströpfchen zusätzlich Wasser auf und erhöhen ihr Gewicht. Die Tröpfchen fallen schneller zu Boden und verbleiben kürzer in der Luft. Das Übertragungsrisiko sinkt.

 

5. Schutz vor Feinstäuben.

Feinstäube (z.B. aus Kopierer, Laserdrucker, Außenluft) setzen sich aus kleinsten, unsichtbaren Teilen zusammen, die tief in den menschlichen Atmungstrakt eindringen und zu ernsten Lungenreizungen und Erkrankungen führen können. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Entwicklung von Stäuben und die Verwirblungsintensität im Innenraum. Eine optimale Luftfeuchte zwischen 40 - 60% hingegen bindet Stäube in der Luft und lässt sie schneller zu Boden fallen. Die Luft wird schneller von Stäuben gereinigt und die Gefahr des Eindringens von Feinstäuben in den Atmungstrakt reduziert.

 

Formen

1. Pflanzen
Als Sofortmaßnahme kommen häufig Pflanzen zum Einsatz, die als attraktiver Blickfang Geräusche absorbieren und durch die zusätzliche Staubbindung zur Luftreinigung beitragen. Hinsichtlich der Sicherung einer ganzjährig konstanten, optimalen Luftfeuchte stoßen Pflanzen jedoch schnell an ihre Grenzen: Aufgrund fehlender Steuerungsmöglichkeiten, sehr geringen Feuchtigkeitsabgaben, hohem Pflege- und Platzbedarf sind Pflanzen als alleinige Feuchtespender ungeeignet.

2. Befeuchtung in Klimaanlagen
Zu den technischen Lösungen gehören Klimaanlagen, die die Feuchtigkeit indirekt über die Belüftung in das Callcenter bringen. Diese Lösung wird häufig in neuen Gebäuden eingesetzt. Die Befeuchtung in Klimaanlagen kann jedoch bei mangelhafter Wartung zu ernsthaften Hygieneproblemen führen. In älteren Gebäuden ist ein nachträglicher Einbau oftmals nicht oder nur mit großem Aufwand möglich.

3. Direktraum-Luftbefeuchtung
Eine Direkt-Raumbefeuchtung, eignet sich besonders zur Nachrüstung. Kleine, flexibel positionierbare Düsen-Luftbefeuchter werden direkt im Callcenter installiert und erzeugen einen mikrofeinen Sprühnebel, der sofort von der Raumluft aufgenommen wird. Für Callcenter gibt es sehr kleine Nano-Befeuchter, die ausschließlich mit speziell aufbereitetem, keimfreien Wasser eingesetzt werden. Um Gesundheitsrisiken und Hygieneprobleme durch den Einsatz von Luftbefeuchtungssystemen auszuschließen, sollte bei der Auswahl auf das Zertifikat „Optimierte Luftbefeuchtung“ der Berufsgenossenschaft geachtet werden.

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