Online-Portale von Versicherungen sind nicht aus Kundensicht gedacht

3. November 2016 - 11:54 -- Kuerbisch

› Der auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Technologieanbieter ITyX gewinnt mit dem Dienst fileee den Insurance IT-Innovation Award
› Digitaler Assistent fileee schafft eine gelungene Digitalisierung der Schnittstelle zwischen Versicherungen und ihren Kunden
› Preisverleihung erfolgte im Rahmen des Business Engineering Forums in Zürich

Versicherungen versuchen durch den Betrieb von Online-Kundenportalen Nähe zu schaffen. In der Praxis ist die Akzeptanz dieser Portale durch den Konsumenten allerdings gering. Aufwendige Authentifizierung, Merken von Zugangspasswörtern: In erster Linie sollen Kundenportale den Versicherungen nutzen. Für den Kunden sind sie wenig komfortabel.

Versicherungsbetriebe gehören zu jenen Branchen, deren Geschäftsmodelle von der Digitalisierung am meisten beeinflusst werden. Ihre Kunden fahren Autos, die längst über GPS verfolgt und im Notfall vernetzt sind. Kfz-Hersteller drängen mit Mobilitätslösungen in den ohnehin aufgeheizten Markt, der dank Vergleichsportalen an Transparenz gewinnt. Haushaltsgeräte und Rauchmelder lassen sich vom Smartphone aus steuern. Der Kampf um einen Platz auf dem Smartphone des Konsumenten hat längst begonnen: Mit neuen Technologien werden kombinierte Angebote möglich, die konsequent aus Kundensicht gedacht sind und gleichzeitig die Abläufe auch aus Sicht der Versicherungen enorm vereinfachen. Sie dienen – im Fachjargon – der „Digitalisierung der Schnittstelle zwischen Kunden und Versicherern“.
 
fileee ist ein solcher Assistent für Konsumenten, der digitale Kundenbindung in die Kommunikations-kanäle von Versicherungen integriert. Basierend auf deutscher KI (Künstliche Intelligenz) und der Fotofunktion des Smartphones erfasst fileee Dokumente und Belege des Versicherungskunden. Anschließend analysiert fileee den Inhalt der Dokumente (Papier oder digital) intelligent, synchronisiert ihn über alle Geräte des Konsumenten und organisiert somit den lästigen „Papierkram“.

Als gelungenes Beispiel für die Digitalisierung der Schnittstelle zwischen Kunden und Versicherern ist fileee jetzt mit dem „Insurance IT-Innovation Award“ ausgezeichnet worden. Das Kompetenzzentrum "Sourcing in der Finanzindustrie" der Universitäten Leipzig und St. Gallen prämierte das innovative Konzept auf dem Business Engineering Forum in Zürich.

Die Idee für fileee, und das gleichnamige Unternehmen aus Münster, entstand Mitte 2011 im Umfeld der Universität Münster. Der ERCIS Ideenwettbewerb wurde ebenso wie das EXIST Gründer-Stipendium und der 2BAhead Award gewonnen. Seit 2013 unterstützt das Kölner Technologieunternehmen ITyX das Team von fileee. ITyX startete ebenso als universitäres Start-Up aus der Universität Koblenz-Landau – allerdings schon 1996. Das Unternehmen beschäftigt sich seitdem mit einer neuen Generation von Künstlicher Intelligenz, die Kundenkorrespondenz in Unternehmen und Behörden weitestgehend automatisch verarbeitet – und dabei aus der Beobachtung von Mitarbeitern im Vorgangsmanagement automatisch lernt.

Über fileee und die „C2B Plattform“:
fileee als digitaler Assistent ist in einer „freemium-Version“ für den Konsumenten kostenfrei erhältlich. Versicherungen haben die Gelegenheit, ihren Kunden eine „gesponsorte“ Version in eigenem Brand zur Verfügung zu stellen – mit einem erweiterten Funktionsumfang und im Corporate Design des Unternehmens.
Die C2B Plattform von ITyX integriert Daten, Dokumentenaustausch und situative Kommunikation mit den Bestandssystemen im Kundenservice der Versicherungen. Das Ertragsmodell ist „transaktionsbasiert“. Die Unternehmen übernehmen die Kosten, weil sie gegenüber dem „analogen Service-Modell“ der Versicherungen bis zu 70 Prozent ihrer Abwicklungskosten im Kundenservice senken können.