Der Fall Snowden und die Kundendialoge

18. November 2013 - 11:38 -- admin

Die seit Monaten andauernde Diskussion über die Geheimdienstskandale hat vor allem eines deutlich gemacht: irgendwo auf dieser Welt schwirren jede Menge Daten durch Leitungen, um irgendwo anders auf der Welt auf Speichermedien jedweder Art abgelegt zu werden. Und das was man bis vor gut zwei Jahren eher für Science Fiction gehalten hätte, ist die Wahrheit: Diese Daten werden von Geheimdiensten abgezapft, ausgewertet und zur Rasterfahndung genutzt.

Zurück bleiben verunsicherte Nutzer, die nun den Spagat finden müssen zwischen dem durchaus berechtigten Interesse, liebgewonnene und komfortable Gewohnheiten wie Bestellen bei Amazon, Chatten bei Facebook oder das Versenden von Mails beizubehalten und dem Schutz ihrer Privatsphäre. Auch für Unternehmen gibt es keinen Weg zurück in die Welt vor 1990 – ohne Online-Handel, E-Mail-Kommunikation, Datentransfer und einer ausgefeilten IT-Infrastruktur, ohne die heutzutage kein einziger Geschäftsprozess mehr stattfinden kann.

So stehen viele Unternehmen, besonders diejenigen, für die die Kommunikation des Kunden ihr „täglich Brot“ bedeutet, vor der Herausforderung, ihren Kunden eine größtmögliche Sicherheit zu bieten. Sicher ist für Unternehmen vor allem eines: die Kunden verhalten sich widersprüchlich. Der Erfolg von Payback-Systemen beweist, wie bereitwillig Kunden ihre Daten preisgeben, wenn sie dafür einen Rabattgutschein über 10 Euro erhalten. Bei neuer Technik – sei es Kindle, der Fingerabdrucksensor des iPhone, die Preisgabe von GPS-Daten – kommt zunächst der Spieltrieb und erst geraume Zeit später der Gedanke, dass man nun wieder eine Menge Daten preisgegeben hat, die bestenfalls Unternehmen zur Profilbildung zu Werbezwecken nutzen und die schlimmstenfalls der NSA zur Profilbildung zu Fahndungszwecken dienen.

Falls dann etwas schief läuft, bleibt die Schuld beim Unternehmen. Den entstehenden Reputationsschaden können Big Player wie Google oder Amazon verkraften – ein Mittelständler kann sich das nicht mehr so einfach leisten. Eine Strategie zur Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit ist daher dringend erforderlich:

  • Machen Sie Datenschutz in Ihrem Unternehmen zur Chefsache! Im täglichen Geschäft geht die Notwendigkeit, den Schutz der Daten im Unternehmen zu regeln, oft unter. Bei aller Priorität der gewinnbringenden Projekte: es ist mehr als ärgerlich, wenn man im Nachhinein feststellt, dass der entstandene Schaden durch eine rechtzeitige – einfache - Maßnahme hätte verhindert werden können.

  • Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Daten – die kritischen Anfragen von Kunden, woher man denn die Daten habe und warum man diese verwende, werden sicher zunehmen. Ihre Mitarbeiter sollten hier kompetente Antworten geben können.

  • Kein Datenschutz ohne Datensicherheit! Gegen Kriminalität helfen keine Gesetze – sondern professionelle Anbieter, die die Sicherheit Ihrer IT-Infrastruktur auf Herz und Nieren prüfen und Ihnen ein IT-Sicherheitskonzept erarbeiten.

  • Prüfen Sie auch das Handling bei Ihren Dienstleistern. Bei Datenpannen fragt kein Kunde, wo es im Endeffekt nicht funktioniert hat – für den Kunden sind Sie der Ansprechpartner!

Diese grundlegenden Maßnahmen sollten Sie in Ihrem Unternehmen anstoßen. Gleichgültigkeit oder Fatalismus sind hier fehl am Platze, denn 60% Sicherheit sind besser als nur 10%. Die Zeit, die unsere Politiker für die Diskussion verwenden, ob und wie man Edward Snowden helfen könnte, investieren Sie besser in Datenschutz und Datensicherheit. So ist Ihr Unternehmen dafür gerüstet, den Herausforderungen, die der NSA-Skandal bedeutet, zu begegnen.