SMS im Kundenservice: wann die SMS vom Kunden gewünscht wird

8. Januar 2014 - 9:43 -- admin
Yusif Goabra, dtms
Yusif Goabra, dtms

Wie eine Metastudie der dtms ergab, planen je nach Befragung zwischen 21% und 43% der Contact Center in den nächsten 2 bis 3 Jahren die Einführung von SMS-Services. Damit ist die SMS einer der am stärksten wachsenden Kommunikationskanäle im Kundendialog. Das Potenzial der SMS zeigt sich auch in den ständig steigenden Nutzungszahlen. Prognosen, Smartphone-Apps könnten die SMS verdrängen, haben sich damit keineswegs bewahrheitet, wie auch aktuell von Bitkom veröffentlichte neue Nutzungsdaten belegen:

SMS Nutzung steigt und steigt SMS Nutzung steigt und steigt

Es lohnt sich also, die vielfältigen Einsatzfelder der SMS im Kundendialog näher zu beleuchten.

Überall & jederzeit

Andere neue Kommunikationskanäle erweitern vor allem die Möglichkeiten der im Contact-Center stattfindenden Beratungs- und Verkaufsgespräche. Im Gegensatz dazu stellen SMS-Dienste eine ganz neue Innovation im Kundendialog dar. Die große Stärke der SMS ergibt sich dabei in erster Linie aus ihrer universellen Verfügbarkeit: Ein Handy haben heute alle Menschen überall und jederzeit dabei. Diese hohe Reichweite ist auch der entscheidende Vorteil gegenüber anderen mobilen Technologien wie Smartphone-Apps, die unter Umständen ähnliche oder sogar bessere Möglichkeiten bieten. Doch sind alle diese Anwendungen immer nur auf einen sehr eingeschränkten Nutzerkreis begrenzt, da verschiedene Systeme miteinander konkurrieren. Und selbst wenn ein Kunde bereit wäre, die Extrahürde einer App-Installation zu nehmen, werden längst nicht alle über das jeweilig notwendige Endnutzergerät verfügen. SMS hingegen stehen immer auch ohne zusätzliche Hürden wie Registrierungen oder Installationen auf allen mobilen Geräteklassen von Smartphones über Featurephones bis hin zu einfachsten Endgeräten zur Verfügung.

SMS bietet also die perfekte Basis zur Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Partnern oder Mitarbeitern, wenn kurze prägnante Nachrichten auch an große Empfängergruppen schnell übermittelt werden müssen oder umgekehrt einfach abrufbare Informationen rund um die Uhr verfügbar sein sollen.

Die einfachste Lösung fürs bargeldlose Bezahlen

Eine ganz besondere Art der SMS-Dienstleistung ist zum Beispiel das Mobile-Payment, welches ein unkompliziertes Bezahlen vor allem kleinerer Beträge ermöglicht. Im Web-Auftritt aber auch bei anderen Gelegenheiten wie z.B. bei der Bezahlung am Automaten, scheitern Verkäufe im niedrigen Preissegment häufig an komplizierten Zahlungsmodalitäten – und sei es nur das fehlende Kleingeld. Viele Menschen scheuen auch die Angabe ihrer Kreditkartendaten, um einen neuen Klingelton oder das PDF einer interessanten Zeitungskolumne im Wert von 0,89 € herunterzuladen.

Erste Versuche beim Bezahlen im öffentlichen Nahverkehr, bei der Abrechnung im Online-Shop oder bei der Bezahlung von digitalem Content wie Spiele-Apps oder Video-Entertainment haben sich bereits bestens bewährt. Der Erfolg der Vorreiter spricht dafür, dass auch dieser SMS-Dienst in den nächsten Jahren stark wachsen wird. Die universelle Verfügbarkeit und der hürdenlose Kundenzugang durch Wegfall von Registrierung oder Angabe von Kontodaten sind hier die entscheidenden Argumente.

Gerade für Geschäftskunden bietet das Bezahlen per Mobiltelefon aber noch weitere Vorteile, da sie das Firmenhandy nutzen und sich so das Sammeln von Belegen kleiner Beträge sparen können - auch die Buchhaltung kann sich also über weniger Papierkram freuen.

Erfolgsstory mobile-TAN

Eine weitere technische Innovation, die in den letzten Jahren mit großem Erfolg eingeführt wurde, ist das mobile-TAN-Verfahren. Wenn den Bankkunden gerade mal wieder die TAN-Nummern ausgegangen sind und die neuen Nummern zwar angefordert sind aber vielleicht erst in 2 Tagen eintreffen, kann das Internet-Banking nun trotzdem stattfinden: Eine SMS an den entsprechenden Service und schon erscheint die TAN auf dem Handy-Display. Auch die komplette Umstellung auf mobile-TAN ist auf diese Weise möglich und wird von einigen Kunden praktiziert.  Zwei komplett getrennte Kommunikationskanäle mit ihren jeweiligen eigenen Sicherheitssystemen garantieren dabei zudem einen hohen Sicherheitsstandart, der dem klassischen Verfahren per Brief-TAN mindestens ebenbürtig ist.

Identitätsprüfung leicht gemacht

Ein technisch ähnliches Verfahren mit anderer Nutzung sind Verifikationen per SMS. Diese können als Bestätigung z.B. bei der Einrichtung eines Accounts oder Identitätsprüfung bei der Einleitung von Zahlverfahren eingesetzt werden. Um Betrug zu verhindern, bieten viele Unternehmen mittlerweile dynamische Zahlverfahren an, bei denen etwa Neukunden nicht alle Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden. Die Identitätsbestätigung per SMS bietet hier eine Alternative zu der „harten“ Selektion: Zahlungsmöglichkeit ist möglich oder nicht. Stattdessen könnten in dem genannten Beispiel Neukunden doch die Zahlung per Rechnung ermöglicht bekommen, wenn sie vorher ihre Identität per SMS verifizieren.

Seien Sie gewarnt - mit SMS-Frühwarnsystem

Ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit einer schnellen Informationsübermittlung an eine große Empfängergruppe sind sogenannte Frühwarnsysteme. Offensichtliche Nutzer wie Feuerwehr oder Katastrophenschutz können die Bevölkerung über akute Gefahren schnell informieren und ggf. auf andere Informationskanäle mit weitergehenden Informationen verweisen. In ähnlicher Weise können aber auch Konzerne SMS-Frühwarnsysteme in ihr Sicherheitskonzept integrieren, um z.B. ihre Mitarbeiter über den Ausbruch eines Feuers schnell informieren zu können. Wenn auch für die Bevölkerung Gefahr besteht, wie etwa im Falle eines möglichen Störfalls in einem Chemiekonzern, ist ein SMS-Frühwarnsystem eine gute Möglichkeit für die Unternehmen, ihrer gesetzlichen Informationspflicht nachzukommen. Schon das Angebot an die Anwohner, sich für ein solches System zu registrieren, kann so das Sicherheitsgefühl und damit auch die Akzeptanz gegenüber dem Konzern in der Bevölkerung stärken.

Weniger offensichtliche Nutzer von Frühwarnsystemen wären z.B. Schulen oder Universitäten. Besonders in den USA haben bereits mehrere Universitäten ein solches installiert, um z.B. im Falle von Amokläufen schnell reagieren zu können. Heftig kritisiert wurde hingegen beispielsweise die US-Hochschule Virginia Tech, nachdem es dort tatsächlich zum tragischen Ernstfall gekommen war. Die Univerwaltung hatte sich erst ein Jahr vor dem schrecklichen Amoklauf eines Todesschützen gegen die Einführung eines Frühwarnsystems entschieden, das möglicherweise hätte Leben retten können. Die sensible Reaktion der Öffentlichkeit zeigt in diesem Fall aber auch, wie hoch der Innovationsdruck gegenüber den Institutionen bereits ist. Im Ernstfall müssen sie sich vorwerfen lassen, die vorhandenen Möglichkeiten in ihrem Sicherheitskonzept nicht ausgeschöpft zu haben.

Aktueller geht’s nicht – mit SMS-Statusmeldungen

Weniger dramatisch aber mindestens ebenso nützlich kann die proaktive SMS aufs Kundenhandy im Servicebereich sein. Egal ob Statusmeldungen zur Störungsbehebung des Fernsehanschlusses, kurzfristige Änderungen im Bahnfahrplan oder des Abflug-Gates oder die Info der Spedition, dass die erwartete Bestellung in Kürze ausgeliefert wird: Wenn die Nachrichten für den Empfänger in diesem Moment hohe Relevanz besitzen, werden sie positiv aufgenommen und sogar als ganz besonders guter Service aufgenommen.  Auch hier ist allerdings davon auszugehen, dass mit einer Etablierung solcher Service-Leistungen auch die Erwartungshaltung der Kunden steigen wird und damit auch der Anpassungsdruck auf die Unternehmen. Dies gilt insbesondere wenn eine vergleichbare Service-Leistung bisher auch über einen anderen Kanal nicht angeboten wird.

Werbebotschaft in 160 Zeichen

Auch im Bereich des Marketings können SMS-Botschaften eine wichtige Rolle einnehmen. Wieder ist die universelle Erreichbarkeit und hohe Aktualität dabei entscheidendes Argument. Da Werbebotschaften per SMS direkt erfolgen und zeitnah vom Endkunden wahrgenommen werden, ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Inhalt gegeben. Jedoch sollten bei Werbebotschaften auf die klar erkennbare Relevanz und hohe Aktualität geachtet werden, um bei den Verbrauchern auf Akzeptanz zu stoßen. Die Einverständniserklärung der Kunden alleine reicht noch nicht aus, damit Werbebotschaften auf dem Handy als positiv wahrgenommen werden. Beispiele für eine gute Umsetzung sind Informationen über besondere Aktionen oder am Kundenprofil orientierte Infos zu aktuellen Sonderangeboten. Auch kleine Werbegeschenke, z.B. in Form eines digitalen Gutscheins als Dankeschön für den gerade getätigten Einkauf, können gut ankommen. Ein solcher Gutschein hat dann auch noch den Vorteil, sowohl im Online-Shop (per Zahlen-Code) als auch im Laden (einfach vorzeigen!) ohne weiteres zur Verfügung zu stehen.

Damit ist die SMS im Marketing vor allem im Bereich des After Sales zur langfristigen Kundenbindung eine sinnvolle Ergänzung. Je nach Umsetzung können SMS-Botschaften zur nachhaltigen Sicherstellung der Kundenzufriedenheit oder zur optimierten Ausschöpfung des Kundenpotenzials im Cross Selling eingesetzt werden.

SMS-Dienste auf dem Vormarsch

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die vielfältigen Möglichkeiten, die SMS-Dienste bieten, gerade erst dabei sind sich richtig zu entfalten. Diese Dynamik wird sicherlich noch zunehmen und neue Innovationen werden den im Artikel beschriebenen Anwendungsmöglichkeiten noch einige spannende Neuerungen hinzufügen. Die entscheidenden Argumente „universelle Verfügbarkeit“ und „hürdenloser Zugang“ sichern der SMS einen wichtigen Platz im Kundendialog, der auf absehbare Zeit auch durch neue Technologien wie Smartphone-Apps nicht in Frage gestellt werden kann.

Die im Artikel verwendeten Daten und Fakten und weitere interessante Analysen können Sie der Metastudie „Multimedia im Kundendialog“ entnehmen. Fordern Sie die Studie an unter http://www.dtms.de/liveguide/studie

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P.S.: Dieser Beitrag ist ein Fachartikel des kostenlosen eBooks “Kundenbegeisterung durch Service”, dass Sie hier kostenlos herunterladen können …

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